Portrait Brigitte

Wie alles begann – Vom Malen zur Keramik, zum Schmuck und zu meinen Felshunden 

Manchmal beginnen die schönsten Wege mit einer Krise. Bei mir war es Corona. Als die Pandemie über uns hereinbrach und wir plötzlich eingesperrt waren, wusste niemand so richtig, wie lange das alles dauern würde. Die Tage wurden lang, die Wochen noch länger, und die gewohnte Struktur des Alltags löste sich einfach auf. Ich erinnere mich noch genau an dieses Gefühl: diese seltsame Mischung aus Stillstand und innerer Unruhe. Man hatte plötzlich Zeit – sehr viel Zeit – aber man wusste nicht, wohin damit. 

Ich wollte diese Zeit nicht einfach verstreichen lassen. Ich wollte sie mit etwas füllen, das schön war und im besten Fall auch sinnvoll. Also habe ich angefangen zu suchen. Nicht nach einer fertigen Antwort, sondern nach etwas, das ich einfach ausprobieren konnte, ohne Druck, ohne Erwartungen, nur um herauszufinden, was mit mir und meinen Händen passiert, wenn ich sie einfach machen lasse. 

Die ersten Schritte mit dem Pinsel 

So bin ich beim Malen gelandet. Anfangs ganz vorsichtig, fast tastend. Ich hatte keine Ausbildung, keine Vorkenntnisse, nur Neugier und diese Fülle an Zeit, die plötzlich vor mir lag wie eine leere Leinwand – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Ich habe mir Farben und Pinsel besorgt und einfach angefangen. Es war ein Prozess des Ausprobierens, fast wie ein Gespräch mit mir selbst: Was gefällt mir? Was fühlt sich richtig an? Was will ich eigentlich ausdrücken? 

Ich habe mich durch verschiedene Stile getastet. Zuerst das Gegenständliche – Landschaften, Objekte, Dinge, die ich um mich herum sah und die ich versuchte, so wiederzugeben, wie ich sie wahrnahm. Es hat mir geholfen, genauer hinzusehen, geduldiger zu werden, Licht und Schatten neu zu verstehen. Dann habe ich mich an die Abstraktion herangewagt – und das war für mich ein echter Befreiungsschlag. Auf einmal ging es nicht mehr darum, etwas korrekt abzubilden, sondern darum, ein Gefühl, eine Stimmung, eine Bewegung auf die Leinwand zu bringen. Es gab kein Richtig oder Falsch mehr, nur das, was gerade aus mir herauswollte. 

Auch Porträts habe ich probiert. Das war vielleicht die größte Herausforderung: ein Gesicht einzufangen, nicht nur die Form, sondern auch etwas von dem Menschen dahinter. Es hat mich gelehrt, wie viel Ausdruck in kleinen Details steckt – in der Neigung eines Kopfes, in einem Blick, in der Art, wie Licht auf eine Wange fällt. 

Rückblickend war diese Phase des Ausprobierens genau das, was ich in dieser Zeit brauchte. Jeder Stil hat mir etwas anderes gegeben: Konzentration, Freiheit, Empathie. Und mit jedem Bild, das entstand, wuchs auch ein leises Gefühl von Stolz. Nicht, weil die Ergebnisse perfekt waren – das waren sie beileibe nicht –, sondern weil ich etwas geschaffen hatte, das vorher nicht existierte. In einer Zeit, die sich oft hilflos und fremdbestimmt anfühlte, war das ein kleines, aber kostbares Gegengewicht. 

Von der Fläche in die Form: der Weg zur Keramik 

Irgendwann reichte mir die Fläche nicht mehr. Ich wollte nicht nur malen, ich wollte formen. Ich wollte etwas mit den Händen greifen können, das eine echte, dreidimensionale Gestalt hat. So kam ich zur Keramik. Der Übergang fühlte sich fast natürlich an – als hätte das Malen mich darauf vorbereitet, mit Materialien und Texturen zu arbeiten, nur dass jetzt Ton an die Stelle der Farbe trat. 

Die Arbeit mit Ton ist ganz anders als das Malen. Sie ist unmittelbarer, körperlicher. Man spürt den Widerstand des Materials, seine Feuchtigkeit, seine Temperatur. Man muss lernen, geduldig zu sein, denn Ton verzeiht keine Hektik. Ich habe angefangen mit einfachen Formen – Schalen, kleinen Gefäßen – und mit der Zeit habe ich mich getraut, komplexere Objekte zu gestalten. Jedes Stück, das aus dem Brennofen kam, war eine kleine Überraschung, denn die Farben und Glasuren verändern sich beim Brennen oft auf eine Weise, die man vorher nie ganz vorhersehen kann. 

Was mich an der Keramik besonders fasziniert, ist dieser Moment der Verwandlung: aus weichem, formbarem Ton wird durch Feuer ein hartes, dauerhaftes Objekt. Es hat etwas fast Magisches, dieser Prozess von der Idee über die Form bis zum fertigen Stück, das man in die Hand nehmen und benutzen kann. 

Kleine Kunstwerke zum Tragen: der Schmuck 

Aus der Keramik hat sich mit der Zeit ein weiterer Zweig entwickelt: der Schmuck. Es war eigentlich ein logischer Schritt. Wenn man schon lernt, mit Ton und Formen umzugehen, warum nicht auch kleinere, tragbare Kunstwerke daraus machen? Ohrringe, Anhänger, kleine Broschen – Stücke, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern die man auch bei sich tragen kann, im Alltag, ganz nah am Körper. 

Der Schmuck hat mir eine neue Form von Präzision abverlangt. Während ich bei größeren Keramikstücken mit größeren Formen arbeiten konnte, verlangt Schmuck Feingefühl bis ins kleinste Detail. Jede Kante, jede Farbe, jede Struktur zählt, weil das Stück so nah betrachtet wird. Diese Detailarbeit hat mir eine neue Geduld beigebracht, aber auch eine neue Freude – die Freude daran, dass ein kleines, unscheinbares Stück Ton zu etwas werden kann, das jemand mit Stolz trägt. 

Meine Felshunde – wo alles zusammenkommt 

Und dann kamen die Felshunde. Diese kleinen bemalten Steine, die aussehen wie treue Begleiter, sind für mich der Punkt, an dem sich alle meine bisherigen Wege verbinden: das Malen, die Formsprache, die Liebe zum Detail – und natürlich meine eigene, ganz persönliche Verbindung zu Hunden. Ich habe selbst zwei Hunde, die einen großen Platz in meinem Herzen und in meinem Alltag einnehmen, und es lag irgendwie nahe, diese Liebe auch künstlerisch auszudrücken. 

Jeder Felshund beginnt mit einem Stein – unregelmäßig, einzigartig, mit seiner eigenen Form, seiner eigenen kleinen Persönlichkeit, noch bevor ein Pinsel ihn berührt hat. Genau das mag ich daran: Kein Stein ist wie der andere, und deshalb wird auch kein Felshund wie der andere. Ich schaue mir die Form an, drehe den Stein in den Händen, und irgendwann beginnt sich ein Hund darin zu zeigen – die Nase, die Ohren, der Ausdruck. Dann kommt die Farbe dazu, Schicht für Schicht, bis am Ende ein kleines Wesen entsteht, das Charakter hat, das fast lebendig wirkt. 

Es ist eine Form von Kunst, die für mich alles vereint, was ich in den letzten Jahren gelernt und geliebt habe: die Beobachtungsgabe aus dem gegenständlichen Malen, die Freiheit aus der Abstraktion, das Gespür für Ausdruck aus den Porträts, die Formfreude aus der Keramik und die Detailverliebtheit aus dem Schmuck. Und mittendrin steckt diese ganz persönliche, warme Verbindung zu meinen Hunden, die mich Tag für Tag begleiten und inspirieren. 

Ein Weg, der weitergeht 

Wenn ich zurückblicke, erstaunt es mich manchmal selbst, wie viel aus dieser eingesperrten, unsicheren Zeit während Corona entstanden ist. Was als Versuch begann, die Leere und die lange Zeit mit etwas Schönem zu füllen, ist zu einem festen Teil meines Lebens geworden – zu einer Sprache, in der ich mich ausdrücken kann, wenn Worte nicht ausreichen. 

Ich sehe diesen Weg nicht als abgeschlossen. Ich probiere weiterhin aus, lerne dazu, lasse mich von neuen Materialien, Formen und Ideen überraschen. Vielleicht ist genau das der Kern dessen, was ich hier auf Pinterest mit euch teilen möchte: nicht nur fertige Werke, sondern auch die Geschichte dahinter – wie aus einer schwierigen Zeit etwas Schönes, Persönliches und Beständiges entstehen kann. Ich freue mich, wenn ihr mich auf diesem Weg begleitet, sei es beim Malen, beim Formen von Ton, beim Gestalten von Schmuck oder beim Bemalen der nächsten kleinen Felshunde, die schon darauf warten, entdeckt zu werden.

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